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"Dieser Chor verwirklicht, was wir uns unter Europa vorstellen"

Grünen-Kreisverbände Regen und Freyung-Grafenau geben „Preis der Hoffnung und Verständigung an den gemischten Chor von Železná Ruda: Auftritt im Konzerthaus Blaibach geplant Ansprachen von Grünen-Bundespolitikern Claudia Roth und Erhard Grundl / Laudatio von Christiane Schmid

15.10.19 –

Den „Preis der Hoffnung und Verständigung“ erhielt am Sonntag der gemischte Chor von Železná Ruda (Železnorudský smíšený sbor) im Glasmuseum Frauenau. Die Auszeichnung wurde von den Kreisverbänden Regen und Freyung-Grafenau von Bündnis 90 / Die Grünen rückwirkend für 2018 verliehen. Am Festakt nahmen die Grünen-Politiker MdB Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, MdB Erhard Grundl, Obmann im Kulturausschuss des Bundestages, sowie MdL Toni Schuberl teil. Auch die Bürgermeister Herbert Schreiner (Frauenau), Charly Bauer (Bayerisch Eisenstein) und Petr Neumann ( Železná Ruda) erwiesen dem Chor die Ehre. Gedolmetscht wurde die Veranstaltung durch Dagmar Loibl aus Kirchberg. Gerd Winklbauer, Grünen-Kreisvorsitzender Regen, begrüßte mit einem herzlichen „Bud´te vitán“ die Gäste und den Chor selber. Dieser besteht hauptsächlich aus tschechischen Sängerinnen und Sängern, seit Jahren wirken auch Grenzgänger aus dem Bayerischen mit. Drei tschechische Lieder trug der Chor zwischendurch vor. Die Laudatio hielt Christiane Schmid aus Deggendorf. Sie sei bezaubert von „dem hellen, runden, weichen Chorklang, der dynamischen Bandbreite, der klaren Einheitlichkeit der Artikulation“. Da singe ein sehr gut geschulter, homogen klingender Chor „mit einer begeisterten Hingabe an das gemeinsame Ziel“. Das Repertoire umfasse weltliche und geistliche Vokalstücke aus verschiedenen Ländern und Epochen; der Schwerpunkt liege auf zeitgenössischer tschechischer Chormusik, deren Klang die deutschen Mitsänger als „warmherzig, geschmeidig und angenehm“ empfänden. Die Laudatorin würdigte ausdrücklich den abwesenden Martin Červenka , der den Chor 2006 gegründet und seither zu einer Gemeinschaft geformt hat, die u.a. schon in England, Slowenien und der Schweiz aufgetreten ist. Die Sprachbarriere zwischen Tschechen und Deutschen sei beim Singen vergessen: „Gegensätze verschwinden, lösen sich auf. …. Diese Vorstellung auf die große europäische Idee zu übertragen, liegt nahe.“ Dieser Chor sei kein EU-gefördertes Völkerverständigungsprojekt, er verwirkliche ohne Wichtigtuerei, „was wir uns unser Europa vorstellen“ – gemeinsam mit Gleichgesinnten etwas Schönes zu tun. Die Verbindung von Europa und Musik griff auch Claudia Roth in ihrer Ansprache auf. Der Železnorudský smíšený sbor mache Hoffnung, „ weil er zeigt, wie stark und voller Kraft es ist, wenn Menschen aus Tschechien mit Menschen aus Deutschland sich musikalisch die Hände reichen und dadurch ein wunderbarer Gleichklang entsteht.“ Der Einsatz für die Kultur schaffe gemeinsame Heimat: „Heimat, wo du gebraucht wirst. Heimat, wo du dazugehörst. Heimat, die nicht an den Landesgrenzen endet.“ Dies bedeute viel nach bitteren Zeiten der Trennung und der Mauern, auch in den Köpfen: „Nie wieder lassen wir uns trennen und spalten!“ Laut dem Grünen-Kreisverbandsvorsitzenden von Freyung-Grafenau, Hans Madl-Deinhart, wurde der „Preis der Hoffnung und Verständigung“ 1994 auf einer grenzüberschreitenden ökologischen Regionalkonferenz in Prachatice gegründet; geehrt werden Personen und Organisationen, die sich ehrenamtlich und eher im Hintergrund für Völkerverständigung in den Bereichen Ökologie und Kultur einsetzen. Bisher ist der Preis in unregelmäßigen Abständen 12 Mal verliehen worden. Als große Überraschung verkündete Gerd Winklbauer bei der Überreichung der Ehrungsurkunde, der Preis beinhalte einen Auftritt im Konzerthaus Blaibach in der Saison 2020/21. Beinahe noch größer war das Erstaunen, als Claudia Roth verkündete, die Sängerinnen und Sänger könnten einmal in Berlin in den Bundestags-Liegenschaften, vielleicht sogar gemeinsam mit der Musikgemeinschaft des Deutschen Bundestags, singen. MdB Erhard Grundl schloss sich diesem Versprechen an. „Das Wichtigste sind die positiven Kontakte, ohne die ein Miteinander nicht funktioniert“, sagte er. Kulturpolitik müsse sich auf mehrere Säulen stützen, „die gemeinsame Geschichte, den Umgang mit Kreativen, die integrative Kraft der Kultur“. Der „Preis der Hoffnung und Verständigung“ werde Menschen verliehen, die mit Behutsamkeit und Begeisterung zu Werke gehen, „darum ist dieser Chor ein ausgezeichneter Preisträger“.

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